Wer Effektiv wirtschaften will büßt Flexibilität ein
Herbstseminar der Wirtschaftsinformatik zum Thema Prozessentwicklung
Reutlingen. Rund 80 Gäste aus Forschung, Wissenschaft und Wirtschaft haben sich am Mittwoch zum Herbstseminar der Wirtschaftsinformatik in der Hochschule Reutlingen eingefunden. Thema des Seminars: Prozessentwicklung: Der Schlüssel zur optimierten Organisation. Das Lösungen dabei nicht immer einfach sind, zeigte der amerikanische Manager und Unternehmensberater Steven T. Blythe in seinem Vortrag auf.
Effektivität, sprich perfekte Organisationsabläufe hätte auch ihren Preis und zwar bei der Flexibilisierung. Welche Folgen es hätte, wenn nur perfekte Organisationsabläufe das Maß aller Dinge sind, könne jeder bei Behörden erleben. Hier sein die Organisationsabläufe extrem wichtig – der Amtsweg müsse eingehalten werden, was auf Kosten der Felxibilisierung gehen. Unternehmen, so Blythe, sollten daher beide Punkte im Auge behalten.
Von ihren Erfahrungen bei der Umsetzung berichteten bei den Herbstseminar Vertreter mittelständischer Unternehmen aus der Region. So erläuterte etwa Jörg Schwingel von der Firma Braincourt, wie aus seiner Sicht Felxibilität und Prozessoptimierung zusammen gehen. Wichtig sein es zum Beispiel die Risiken frühzeitig zu erkennen und eine Transparenz bei der Planung.
| Über die Erfahrungen seiner Firma bei der Umstellung vom Flachbodenregal hin zum teilautomatisierten KLT Lager berichtete anschließend Jürgen Rauscher vom Reutlinger Unternehmen Spectra. „Basis unseres Weges war die Auswahl eines sehr flexiblen ERP-System und einem starken Software-Partner in 2000. Dies hat uns ermöglicht viele auch größere Veränderungen ohne Stillstände zu entwickeln,“ so Rauscher. |
der Vortrag von Prof. Dr. Nello Gaspardo von der ESB Business School an der Hochschule. Reutlingen. In seinem Vortrag widmete sich den Aspekten im länderübergreifenden Einsatz von Lösungen Gaspardo zeigte dabei auf, wie kulturell bedingte unterschiedliche Denk- und Vorgehensweise, z.B. Direkter vs. indirekter kommunikativer Ansatz; Beziehungsorientierung vs. Sachorientierung, Lösungen behindern können. Ein weitere Punkt, die eine internationale Zusammenarbeit schwierig mache, sei zum Beispiel das unterschiedliche Zeitverständnis und deren Auswirkungen auf die Unternehmensprozesse. Gaspardo plädierte in seinem Vortrag dafür Verständnis für kulturelle Unterschiede zu zeigen und sie nicht als Problem sondern vielmehr als Chance nutzen
Organisiert wurde das Herbstseminar der Wirtschaftsinformatik auch in diesem Jahr von Prof. Dr. Herbert Glöckle und Prof. Armin Roth die in ihren Vorträgen auf die wissenschaftlichen Aspekte der Prozessoptimierung eingingen.

